CBD: Verbraucherschützer ohne Plan - Bundesamt fordert strengere Bürokratie

29.03.2020 19:04


Neuesten Meldungen im Spiegel und anderen Medien zufolge warnen Verbraucherschützer vor Lebensmitteln mit CBD-Zusatz - anscheinend jedoch ohne wirkliche Ahnung von der Materie zu haben, denn tatsächlich nachvollziehbare Argumente nennen sie nicht.

Immer mehr Produkte mit Faserhanf-Anteil und/oder CBD (Cannabidiol) – Zusatz werden im Einzelhandel, wie etwa in Apotheken, Drogerien und Supermärkten sowie auf Online-Plattformen wie Amazon verkauft.



Während also Lebensmittel auf Cannabis Basis den Mainstream erreicht haben und in Tees, Power-Riegeln, Kaugummis, Soft- und Energydrinks, Süßigkeiten und sogar Salamis auf Kunden warten, grätschen die Verbraucherzentralen dazwischen.

Angeblich würden Produkte teilweise „gesundheitlich bedenkliche Anteile“ an THC (Tetrahydrocannabinol), des psychoaktiven Wirkstoffs von Cannabispflanzen, enthalten.

Das ist selbstverständlich Quatsch, denn weder CBD noch THC induzieren eine Gesundheitsgefährdung, zudem die in Deutschland gehandelten CBD-Produkte höchstens einen Anteil von 0,2% THC aufweisen dürfen. Dies entspricht einer so geringen Menge, dass keinerlei Wirkung herbeigeführt wird – umgerechnet müssten beispielsweise einhundert solcher Joints geraucht werden, bevor die Wirkung eines einzigen “normalen” erreicht würde.



Ganz im Gegensatz übrigens zu Apfelschorle, Kefir oder “alkoholfreiem” Bier, Torten, einem Malaga-Eis oder Sauerkraut. Hier hätten die Verbraucherzentralen durchaus vor Sekundäreffekten “warnen” können – denn diese enthalten teilweise ähnliche, oder deutlich höhere Konzentrationen an Alkohol (0,2%-0,6%), von dem eine tatsächliche Gesundheitsgefährdung ausgehen kann.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass in der Schweiz Lebensmittel-Grenzwerte von bis zu einem Prozent THC als gesundheitlich unbedenklich gelten -  das fünffache der von den deutschen Verbraucherschützern als noch zu hoch empfundenen Werte.

Wie es also zu dieser eklatanten Fehleinschätzung kommen konnte, ist unklar. Böse Zungen behaupten, es könnte eine Einflussnahme der Pharma- oder Lebensmittelindustrie stattgefunden haben, damit deren hanf-freie Marktanteile gesichert werden, andere begründen den Aussetzer mit den Nachwirkungen jahrelanger, prohibistischer Indoktrinierung.

Vorgeschoben wirkt auch die Sorge um die angebliche Beeinflußbarkeit junger Konsumenten. So schreibt der Spiegel “Besonders sensible Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche müssen geschützt werden. Das gilt vor allem für hanfhaltige Lebensmittel wie Schokolade, Bonbons oder Energydrinks. Diese sprechen durch ihre Aufmachung oder Bewerbung auch Kinder, Jugendliche und gestresste Erwachsene an”.

Dass es sich jedoch höchstwahrscheinlich um ein typisch deutsches, weitgehend bürokratisches Phänomen handelt, geht aus dem letzten Satz des Spiegel-Artikels hervor: “Aus Sicht des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit muss jedoch für CBD-haltige Erzeugnisse vor dem Verkauf entweder ein Antrag auf Zulassung eines Arzneimittels oder ein Antrag auf Zulassung als neuartiges Lebensmittel gestellt werden, wie die Verbraucherschützer mitteilten. Entsprechende Zulassungen lägen bislang jedoch nicht vor.“

Dass dieser bürokratische K(r)ampf jedoch auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird, scheint nicht zu zählen. Und so passt leider einmal mehr das alte Sprichwort: Von der Wiege bis zur Bahre, Formulare, Formulare!


 


Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.